Segelreparatur mit Superkleber

von Jens-Uwe Pohl, 2003

Viele haben ja es schon mal erlebt – auf einmal ist eine Loch oder ein Riss im Segel. Ein scharfer Halm, etwas Unachtsamkeit beim Zusammenbau – es gibt viele Gründe, warum unser geliebter Drachen, verletzt wurde. Bekannt und beliebt ist die Reparatur mit durchsichtigem Tedlar-Tape. Im Prinzip eine feine Sache, nur leider sieht man die Stelle, besonders im Sonnenlicht, doch schon sehr. Auch ist das Tape nicht billig und mit der Zeit sammelt sich auch gerne Sand und Schmutz an den Rändern an.

Für kleine Löcher und Risse, bietet sich daher die Superkleber-Reparatur-Methode an. Ich hatte schon mal davon gehört, und Tim Benson hat sie mir ausdrücklich empfohlen, um meinen Gemini wieder zu reparieren (Ihr kennt ja die Story…).

Hier mein Bericht:

Zuerst einmal zum benötigten Material: Wir brauchen natürlich Superkleber – das sind Kleber auf Basis von Cyano-Acrylate. Obwohl alle diese Klebstoffe darauf aufbauen, gibt es durchaus Unterschiede in der Qualität. Teure Klebstoffe füllen besser, durchdringen das Material vollständiger, kleben eine größere Anzahl an verschiedenen Werkstoffen und bilden, nicht zuletzt eine stabilere Verbindung.

Ich habe “ZapAGap”-Kleber benutzt. Dieser ist etwas zähflüssiger als “normaler” Superkleber und füllt daher Spalten im Material besser. Er ist problemlos bei verschiedenen Modellbauläden erhältlich. “Normaler” Superkleber geht aber auch, ich habe z.B. Pattex Blitzkleber getestet und auch damit gute Resultate erzielt. Laut Berichten einzelner User im GWTW-Forum, soll Industriekleber (“Pascofix”) noch erheblich besser sein – er ist allerdings auch locker 5-10 mal so teuer. Das hebe ich mir für ein anderes Mal auf.

So, was brauchen wir noch?

Tesafilm, eine Schere und eine Nadel o.ä. zum Auftragen des Klebstoffes.

1. Schritt:

Loch und Riss ins Segel machen. Diesen Schritt dürft Ihr überspringen!

2. Schritt:

Fixieren des Segels. Hierbei wird der Tesa-Film auf die Vorderseite des Segels (das ist die Seite, die Ihr immer beim Fliegen anschaut) geklebt. Dabei das Segel so fixieren, dass die Kanten “auf Stoß” liegen. Evtl. vorher den Tesa-Film mehrmals mit dem Finger entkleben, dann läßt sich das Segelmaterial besser verschieben.

3. Schritt:

Auf der Rückseite den Riss/Loch mit ganz wenig Klebstoff benetzen. Ich habe beim Beispiel hier viel zu viel genommen. Es reicht wirklich sehr sehr wenig aus. Wer eine unruhige Hand hat, kann auch hier eine Schablone aus Tesafilm aufkleben.

4. Schritt:

Klebstoff trocknen lassen und Tesafilm abziehen. Fertig! Wer der Festigkeit der Verbindung nicht traut, kann das Ganze jetzt auch noch auf der anderen Segelseite wiederholen. Nötig ist es nicht und bei glänzendem Klebstoff, wird die Stelle mehr sichtbar.

Und so sieht das fertige Ergebnis aus. Ich habe den Stoff mal ins Licht gehalten – dies ist das Maximale was man sieht.

Praktische Erfahrung

Ich habe mit dieser Methode zwei winzige Löcher (spitze Halme) und einen 5 cm Riss im Elixir repariert. Nach stundenlangem Üben – bis in 5 Bft. hinein und mit zahlreichen Abstürzen – hat es gehalten. Die reparierte Stelle sieht man wirklich selbst von Nahem fast überhaupt nicht mehr.

Viel Erfolg!

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