(c) by Johnboy
… dem ist nichts hinzuzufügen – fröhliche Weihnachten und immer einen guten Wind im neuen Jahr 2012, wünscht euch – StegMich
(c) by Johnboy
… dem ist nichts hinzuzufügen – fröhliche Weihnachten und immer einen guten Wind im neuen Jahr 2012, wünscht euch – StegMich

Für die Freunde der großen Wolsing-Drachen ist Günters zweites Buch schon lange kein Geheimtipp mehr. Mit großer Energie und finanziellem Engagement hatte Günter Wolsing bisher die Baubeschreibungen seiner großen Drachenmodelle über 4,5 Meter Spannweite im Eigenverlag in die Bücherregale der Interessierten gebracht. Ein weit größeres Publikum dürfte nun erreicht werden, nachdem es Günter gelungen ist, den VTH-Verlag für sein Buch “Große Lenkdrachen” zu begeistern. Seit einigen Tagen ist des direkt im verlagseigenen Onlineshop oder im gut sortierten Drachen- bzw. Buchhandel erhältlich.

Am Sonntag den 10.07.2011 war der große Tag, den Günter Wolsing so lange erwartet hatte. Sein größter Lenkdrachen, der Flaki 12.0 mit 12 Metern Spannweite, konnte am Strand von St.-Peter-Ording seinen Jungfernflug absolvieren. Somit wurde endlich der Beweis erbracht, dass dieser tatsächlich fliegen kann! Helge Gosau, Marco Reese, Meike Müller und Jens Baxmeier hatten alle Hände voll zu tun, den großen Flaki an seinen 80 Meter Leinen in die Luft zu bringen und ihn nach mehreren Loopings wieder sicher zu landen.
Günters bisher größtes Experiment ist damit geglückt – herzlichen Glückwunsch an den Konstrukteur und die Piloten dieses großartigen Lenkdrachens! Bleibt zu hoffen, dass der Flaki 12.0 noch viele weitere Flüge unbeschadet überstehen und auf verschiedenen Drachenfesten zu bestaunen sein wird. Für die “Kite & Friends” Ausgabe 6/2011 hat Jens Baxmeier einen Flugbericht angekündigt, auf den sich alle Wolsing-Fans schon heute freuen können.
Den Start und ersten Looping kann man sogar als Video bewundern:
(c) by Jens Baxmeier
Matthias Grimm hat mir die folgenden KAP-Aufnahmen von Günter Wolsings Flaki 7.6 auf Fanø zugeschickt. Diese möchte ich euch nicht vorenthalten und bei dieser Gelegenheit auf seine kap-site.de mit vielen wunderschönen Luftbildern hinweisen.







(c) by Matthias Grimm, kap-site.de
Und nun noch ein Video von Michael Koch, das denselben Drachen in bewegten Bildern zeigt:
(c) by Michael Koch (Johnboy)

Viele Drachenfans kennen diese fast irrwitzige Drachenkonstruktion vom Tricktail-Erfinder Martin Schob zumindest noch von Fotos. Doch Genaueres weiß man über diesen sonderbaren Drachen oft schon gar nicht mehr. Als der Serien-Utopia von Flying Wings in den Drachenläden aufgetaucht ist, musste ich ihn damals einfach haben. Das Tricktail-Feeling hatte es mir angetan und die Erwartungen waren groß. Der “kleine TrickTail” sollte sich noch trickbetonter fliegen und auf alle Wünsche und Lebenslagen des Piloten einstellen lassen. Durch sein zweigeteiltes Segel war es möglich, den Utopia mit unterschiedlich tiefem Profil zu fliegen. Mehrere Standoff-Positionen und -Längen, sowie das das vom Tricktail schon bekannte “Competition-System” – die variable Position der Seitenverbinder auf den Leitkanten – gaben dem Piloten eine Vielzahl von Möglichkeiten, den Lenkdrachen auf seine persönlichen Bedürfnisse einzustellen.

Für ambitionierte Drachenpiloten war der Utopia der reinste “Experimentierbaukasten” – alle Setups konnte nach Herzenslust variiert und kombiniert werden. Immer wieder wurde etwas verändert und das resultierende Flugverhalten studiert, bis man die persönlich optimale Einstellung gefunden hatte … oder eben nicht! Denn genau diese Variabilität des Utopia war es, die mich als unerfahrenen Drachenpiloten begann zu überfordern. An manchen Flugtagen war ich mit meinem Utopia sehr glücklich und kurz darauf wollte das “komische Ding” einfach nicht so fliegen, wie ich mir das ausgedacht hatte. Irgendwann beschloß ich, eine Aktivwaage für den Utopia zu bauen. Mit dieser war er durchaus steuerbar, aber das “Tricktail-Feeling” war nun völlig dahin – unsere Trennung war somit nur noch eine Frage der Zeit…

… kommt Zeit, kommt Utopia-Handmade! – Gibt’s sowas überhaupt? Ja, es gibt sie – selbst unter eingefleischten Tricktail-Fans ist fast in Vergessenheit geraten, dass auch der Utopia einmal direkt bei Martin Schob zu bestellen war. Diese handgefertigten Utopias sind heute sehr rar geworden. Meine “Fahndung” nach dem Verbleib dieser Drachen im Drachenforum blieb ziemlich erfolglos. Wie es der Zufall so wollte, fand sich aber ein Utopia-Besitzer, der sich für eine angemessene Ablösesumme sogar von seinem Handmade trennte. Die besonderen Farben dieses Handmade entsprachen zwar nicht ganz meinem Wunsch, aber auf den zweiten Blick habe ich mich in meine “brasilianische Edition” dann doch verliebt.
Was unterscheidet nun die Handmade-Version vom Serienmodell? Eigentlich gar nicht viel. Der Aufbau und die Materialwahl unterscheiden sich kaum. Die Verarbeitung beider Modelle ist auf sehr hohem Niveau. In erster Linie sind es die besonderen Farbkombinationen, die so nie im Handel waren. Vielleicht ist es aber auch das Quäntchen mehr “Utopia-Feeling” – das Gefühl einen Drachen fliegen zu dürfen, den sich ein wirklich kreativer Kopf ausgedacht und auch selbst gebaut hat.