Vor einige Wochen hat Thomas Kaup, der Erfinder der TFJ-Microkites, seine Lagerbestände durchforstet und einige Drachensegel in einem Flohmarkt angeboten. Hier konnte ich unter anderem drei optisch abgestimmte Raudy L Segel ergattern, die ich nun bestabt, mit einer Waage versehen und damit startklar gemacht habe.

So ist ein roter Raudy L nach Thomas Vorgabe mit einer Kombination aus 1,2 und 1,0 mm Gestänge entstanden. Das goldgelbe Modell wollte ich etwas leichter bauen und habe es deshalb als Raudy UL komplett mit 1,0 mm CFK-Stäben bestückt. Als weitere Steigerung erhielt der schwarzweiße Raudy SUL sein Gestänge aus 1,0 mm CFK-Rohrmaterial – ja, das gibt’s wirklich! Zusätzlich habe ich auf die obere Querspreize verzichtet. Durch diese Tuningsmaßnahmen ist es gelungen, das Gewicht des Raudy SUL im Vergleich zum Raudy L um rund 20% zu senken. Kritische Drachenfreunde werden jetzt natürlich fragen, ob dieser Gewichtsunterschied von ungefähr einem Gramm die Anschaffung von drei Raudys wirklich rechtfertigt. Ich meine ja, denn alleine die knifflige Bastelei hat eine Menge Spaß gemacht!
Für Meteorologen waren Drachen einst die wichtigsten Hilfsmittel, um mit Messgeräten in die höheren Regionen der Atmosphäre vorzudringen und dort die wichtigsten Parameter des Wettergeschehens zu registrieren. Vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 1930er Jahre sind für diese Aufgabe bemerkenswerte Konstruktionen entstanden. An vielen Drachenstationen in aller Welt wurden Aufstiege unternommen, daneben wurden Expeditionen zu Land und per Schiff mit Wetterdrachen ausgerüstet. Die Geschichte der Wetterdrachen und Geschichten über die Arbeit mit den Drachen stellt dieses Buch vor.