Drei Raudys – leicht, leichter, am leichtesten!

Vor einige Wochen hat Thomas Kaup, der Erfinder der TFJ-Microkites, seine Lagerbestände durchforstet und einige Drachensegel in einem Flohmarkt angeboten. Hier konnte ich unter anderem drei optisch abgestimmte Raudy L Segel ergattern, die ich nun bestabt, mit einer Waage versehen und damit startklar gemacht habe.

So ist ein roter Raudy L nach Thomas Vorgabe mit einer Kombination aus 1,2 und 1,0 mm Gestänge entstanden. Das goldgelbe Modell wollte ich etwas leichter bauen und habe es deshalb als Raudy UL komplett mit 1,0 mm CFK-Stäben bestückt. Als weitere Steigerung erhielt der schwarzweiße Raudy SUL sein Gestänge aus 1,0 mm CFK-Rohrmaterial – ja, das gibt’s wirklich! Zusätzlich habe ich auf die obere Querspreize verzichtet. Durch diese Tuningsmaßnahmen ist es gelungen, das Gewicht des Raudy SUL im Vergleich zum Raudy L um rund 20% zu senken. Kritische Drachenfreunde werden jetzt natürlich fragen, ob dieser Gewichtsunterschied von ungefähr einem Gramm die Anschaffung von drei Raudys wirklich rechtfertigt. Ich meine ja, denn alleine die knifflige Bastelei hat eine Menge Spaß gemacht!

Wolsing-Drachen bei Leichtwind

Vor einigen Tagen bekam ich eine Einladung der Augsburger “Windwalker” nach sehr langer Zeit wieder einmal gemeinsam auf deren Drachenwiese in Königsbrunn zu fliegen. Diese schöne Gelegenheit nutze ich für einen Drachennachmittag mit meinem Long Dart Team Magnum, den ich nach einer Bauanleitung aus Günter Wolsings Buch “Drachen und Gespanne” genäht habe. Die Windbedingungen waren für den Magnum aufgrund seiner großen Gaze-Flächen mit 1 – 2 Bft. am untersten Limit. Gegen Abend kam noch ein original Wolsing – mein Steiki 3,5 “Flickwark” – zum Einsatz, der sich bei diesem Leichtwind an den 40 m-Leinen so richtig wohl fühlte.

Dieses kleine Drachenvideo ist meine “Überraschung” an Günter Wolsing zu seinem heutigen 83. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch, Günter – ich hoffe, dass der Film ein wenig vom grandiosen Flugbild deiner Lenkdrachen vermitteln kann!

“Wetterdrachen” von Walter Diem & Werner Schmidt

Für Meteorologen waren Drachen einst die wichtigsten Hilfsmittel, um mit Messgeräten in die höheren Regionen der Atmosphäre vorzudringen und dort die wichtigsten Parameter des Wettergeschehens zu registrieren. Vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 1930er Jahre sind für diese Aufgabe bemerkenswerte Konstruktionen entstanden. An vielen Drachenstationen in aller Welt wurden Aufstiege unternommen, daneben wurden Expeditionen zu Land und per Schiff mit Wetterdrachen ausgerüstet. Die Geschichte der Wetterdrachen und Geschichten über die Arbeit mit den Drachen stellt dieses Buch vor.

Die Autoren Walter Diem und Werner Schmidt sind als Experten für historische Drachen seit vielen Jahr bekannt und geschätzt. Bereits 1993 wurde ihr Buch “Drachen mit Geschichte” veröffentlicht, das dem interessierten Drachenfreund detaillierte Anleitungen zum Bau vorbildgetreuer Drachen anbietet. Nun hat das Autorenteam eine große Menge an Daten, Fakten und Geschichten rund um den Einsatz von Drachen in der Meteorologie zusammen getragen. Das Buch “Wetterdrachen” erzählt von der Geschichte der meterologischen Drachen, deren Anfang bis zu Benjamin Franklin zurück verfolgt werden kann. Danach werden Drachenstationen in aller Welt, sowie die dort eingesetzen Drachen und deren Konstrukteure genau beleuchtet. Dass Wetterdrachen auch unter rauheren Bedingungen zum Einsatz kamen, erfährt der Leser in den Kapiteln “Schiffsaufstiege”, “Expeditionen” und “Felddrachenwarten”. Am Ende des Buches verpassen es die Herren Diem und Schmidt nicht, noch einen genauen Blick auf die damals verwendete Mess- und Aufstiegstechnik zu werfen.

“Wetterdrachen” ist mit vielen Bildern und Zeichnungen sehr anschaulich gestaltet. Schon beim ersten Durchblättern wurde ich regelrecht neugierig, mich mit diesem relativ unbekannten Thema unseres Drachenhobbys zu beschäftigen. Neben dem Buch “Drachen mit Geschichte” sollte “Wetterdrachen” in keinem Drachenbücherregal fehlen!

Books on Demand GmbH, 2010, ISBN 978-3-8391-7628-3

Johnboy nimmt seinen Steiki 4.5 in Empfang

Als “Johnboy” vor einigen Wochen die Zusage von Günter Wolsing erhielt, einen Steiki 4.5 gebaut zu bekommen, war er ganz aus dem Häuschen. Einige Zeit war nicht klar, wie das Design des Drachens aussehen wird. Johnboy wollte diese Entscheidung nicht selbst treffen und lies Günter freie Hand. Kaum war das Segel fertig, musste sich Günter mit der  Gestängefrage befassen. Alle Vorgängermodelle wurden mit 11er CFK, einer mittlerweile nicht mehr aufzutreibenden Dimension, bestabt. Günter entschied sich für aufgefüttertes 10er CFK, was dem Drachen eine sehr filigrane Erscheinung verleiht. Heute war die Übergabe des nagelneuen Steiki 4.5 an Johnboy – viel Spaß mit diesem schönen Stück! Vielleicht bekommen wir ja mal einen Flugbericht? Bilder gibt’s so lange schon mal in der Wolsing-Bildergalerie.

Tricktail “TT113″ mit gerader Querspreize

Der Erfinder des Tricktail – Martin Schob – kam eines Tages auf die Idee, sein bewährtes Modell ganz ohne Verbinder zu bauen. Den TT113 gab es in zwei grundsätzlich unterschiedlichen Versionen: die ersten Modelle wurden mit gerader unterer Querspreize ausgeliefert, während spätere Modelle einen Eddyverbinder als Mittelkreuz besaßen, der eine Verlagerung des Kreuzungspunktes auf dem Kielstab nach oben und somit einen Knick in der Querspreize ermöglichte.

Ich besitze einen TT113 der ersten Variante und möchte anhand von Detailbildern zeigen, wie Martin Schob einige seiner neuen Ideen im Vergleich zum Serienmodell verwirklicht hat.
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