Neuer “Wolsing” in meiner Drachentasche

Nach einer für meine Verhältnisse relativ kurzen Bauphase von nur drei Wochen kann ich einen Neuzugang in meiner Drachentasche vermelden. Es handelt sich um ein eine Long Dart Team in der “Magnum”-Version nach einem Bauplan aus Günter Wolsings Buch “Lenkdrachen und Gespanne”. Die Spannweite beträgt 4,20 m, die Standhöhe ist 1,55 m und die Leitkantenstäbe ca. 2,50 m lang. Das Segel habe ich aus Chikara und schwarzer Gaze mit offenen Kappnähten aufgebaut. Die Paneele wurden im bekannten W-Design erstellt, das es meines Wissens am Long Dart in dieser Art bisher noch nicht gegeben hat. Bestabt ist der Drachen mit 10 mm Exel-CFK, die unteren Querspreizen sind aus 12 mm CFK-Rohr. Das Mittelkreuz kommt aus dem Hause Kersch und als Spreizenverbinder kommen APA-Strong zum Einsatz.

Nun steht der Jungfernflug noch aus – ich hoffe, dass die Flugeigenschaften halten, was die Optik des gewaltigen Long Dart Team Magnum verspricht. Durch seine gestreckte Form mit großen Gaze-Flächen erwarte ich ein eher langsames und ruhiges Flugbild, auch bei höheren Windgeschwindigkeiten. Ein detaillierter Flugbericht wird hoffentlich bald folgen…

Wolsing baut einen Steiki 3.5 im Flickwark-Design

Im Januar 2010 erhielt ich von Günter Wolsing eine unerwartete Nachricht. Er schrieb mir, dass er seine Drachenwerkstatt wieder eröffnet habe, um einen Steiki 3.5 zu bauen. Schnell war klar, dass dieser die Farbkombination der letzten 3.0er-Modell erhalten soll, die ich schon zu vor zu meinem Favoriten gekürt hatte. So bat ich Günter, die einzelnen Bauschritte seines Flickwark-Designs und des restlichen Drachens zu fotografieren. Ich freue mich, dass ich diese Bilddokumentation hier zeigen darf.

Aber noch mehr freue ich mich darüber, dass der “Steiki 3.5 Flickwark” seine Ausflüge ab heute aus meiner Drachentasche starten wird – vielen Dank, lieber Günter, dass du mir diesen wunderschönen Drachen gebaut hast!

Vierleinerhandles mit Duplon-Griffen

Wer schon einmal selbst versucht hat, Handles für Revolutions oder ähnliche Vierleiner selbst zu bauen, ist schnell auf das Problem gestoßen, keine passenden Moosgummi-Griffe zu finden. Nach längerer Suche sind wir im Anglerbedarf fündig geworden. Wie es scheint, bauen einige Angler ihre Angelruten selbst und brauchen dazu Griffe aus Duplon. Diese Material fühlt sich an wie fester Moosgummi, ist in vielen Größen und Durchmessern erhältlich und läßt sich auf Länge zuschneiden. Zudem habe ich den Eindruck, dass es weniger leicht Wasser aufnimmt, wie gewöhnlicher Moosgummi. Ich glaube, wir haben genau das gefunden, was wir gesucht hatten.

Duplon-Griffe

Wolsing-Bildergalerie

Fotos von Jens Baxmeier, Matthias Grimm, Thomas Münstermann, Günter Wolsing u.a.

Günter Wolsing ist bekannt für seine Großdrachen, mit denen er keine Powerkite-Konzepte verfolgt, sondern sich ausschließlich der Schönfliegerei mit gigantischen Ausmaßen hingibt. Trotz seiner über 80 Jahre entwickelt Günter Wolsing ständig neue Ideen, für immer größere Modelle, die er auch selbst fliegt. Charakteristisch für seine Drachen ist seit Jahrzehnten das “Flickwark”-Design, bei dem verschieden farbige Spinnaker-Reststücke wie ein Mosaik zu einer neuen optisch zusammen gehörigen Segelfläche verbunden werden. Als typisches Erkennungszeichen thront das große “W” (W wie Wolsing) im Zentrum des Drachensegels. Die bekanntesten Modelle Günter Wolsings sind der Steiki (steiler Kiel) und der Flaki (flacher Kiel), die er in den verschiedensten Größen gebaut hat. Sein gesammeltes Wissen gibt Günter Wolsing in seinen beiden Drachenbüchern an alle interessierten Drachenfreunde weiter. Diese Entwicklungs- und Bauberichte sollten in keiner Drachensammlung fehlen.

Gängige Nähte im Drachenbau

von Martin Werner, 2003

Die Segelmachernaht

Je nach gewünschter Überlappung jeweils von den beteiligten Segeln an den Außenkanten zusätzlich zur gewünschten Endgröße hinzufügen; z.B. 10 mm Überlappung bedeutet je 5 mm nach außen vergrößerter Segelfläche an den betroffenen Kanten.

Zeichnung zur weiteren Verdeutlichung von “DerHeinz”:

Die doppelte Kappnaht

Je nach gewünschter Überlappung jeweils von den beteiligten Segeln an den Außenkanten zusätzlich zur gewünschten Endgröße hinzufügen; z.B. 5mm Überlappung bedeutet je 10 mm nach außen vergrößerter Segelfläche an den betroffenen Kanten.

Die einfache Kappnaht

Ähnlich zur doppelten Kappnaht je nach gewünschter Überlappung jeweils von den beteiligten Segeln an den Außenkanten zusätzlich zur gewünschten Endgröße hinzufügen, allerdings einmal weniger einschlagen als bei der doppelten Kappnaht; z.B. 5 mm Überlappung bedeutet je 5 mm nach außen vergrößerter Segelfläche an den betroffenen Kanten.