“Große Lenkdrachen” beim VTH-Verlag erschienen!

Für die Freunde der großen Wolsing-Drachen ist Günters zweites Buch schon lange kein Geheimtipp mehr. Mit großer Energie und finanziellem Engagement hatte Günter Wolsing bisher die Baubeschreibungen seiner großen Drachenmodelle über 4,5 Meter Spannweite im Eigenverlag in die Bücherregale der Interessierten gebracht. Ein weit größeres Publikum dürfte nun erreicht werden, nachdem es Günter gelungen ist, den VTH-Verlag für sein Buch “Große Lenkdrachen” zu begeistern. Seit einigen Tagen ist des direkt im verlagseigenen Onlineshop oder im gut sortierten Drachen- bzw. Buchhandel erhältlich.

Schadensbegrenzung!?

Wie allgemein bekannt haben viele User zusammen mit meinem Buch “Große Lenkdrachen” auch mein erstes Buch “Lenkdrachen und Gespanne” von mir haben wollen und auch bekommen. Andere berichteten, das Buch schon ihr Eigen zu nennen und haben es weiter empfohlen. Demnach ist es denkbar, in diesem Thread eine ganze Menge Leser zu erreichen, um auf einen bösen Maßfehler hinzuweisen.

Blackbird-xx ist über ihn gestolpert, als er den Long Dart Großer Onkel bauen wollte und hat mich darauf angesprochen. Nach Überprüfung der alten Entwurfsunterlagen habe ich meinen Fehler erkannt und ihn gemeinsam mit Blackbird-xx berichtigt.

Es handelt sich um die Zeichnung 6: Entwurf für den Großen Onkel auf Seite 72. Die Abstände auf der Seitenstabtasche mit 52cm von der unteren Segelspitze bis zum unteren Querverbinder und weiter mit 122cm bis zum oberen Querverbinder sind falsch.

Richtig ist: 72 cm von der Spitze und weiter mit 98 cm bis zum oberen Querverbinder.

Ich bitte alle, diese Berichtigung “von Hand” vorzunehmen. Hätte ich davon gewusst, wäre die Berichtigung in den Büchern von mir vorgenommen worden.

Wenn auch bei maßstäblichem Aufzeichnen des Entwurfs der Fehler erkannt werden müsste, wären Verunsicherungen bei den Drachenfreunden, die beabsichtigen, den Großen Onkel zu bauen, nicht auszuschließen. Um dem Vorzubeugen habe ich den Weg über unser Forum und diesen Thread für die Information gewählt. Er mag ungewöhnlich sein für eine Korrektur in einem Buch, aaaaber der Zweck heiligt bekanntlich die Mittel, auch wenn nur einer vor einem Baufehler bewahrt bleibt.

Danke fürs Zuhören. :H:

Retnüg

Quelle: drachenforum.net

“Groß am Himmel” von Reinhold Ziegler

Daniel interessiert sich nur für bestimmte Sachen. Latein gehört nicht dazu. Englisch und Sport auch nicht. Was Daniel interessiert, sind Drachen; bunte, große Drachen an dünnen, langen Schnüren. Fünf oder sechs oder sieben kann er nebeneinander in den Himmel hängen, besonders wenn Physiklehrer Bolle zuschaut oder auch Annamaria, das Mädchen aus Italien, das er immer wieder auf der Drachenwiese sieht. Aber Daniel genügt es nicht, Drachenbauer und Leinenhalter zu sein. Er will einen neuen Drachen erfinden. Einen, wie ihn die Welt noch nie gesehen hat.

Jugendroman über einen 14-jährigen Drachenerfinder – sehr gut recherchiert und absolut lesenswert auch für ältere Drachenfreunde!

Beltz Verlag, 1987, ISBN 3-407-80167-X
-> Homepage des Autors

„Stuntkiting“ von Paul May

Kein Drachenbuch für mein Bücherregal!

Kennt Ihr dieses Gefühl auch? Man freut sich wie ein kleines Kind, endlich in der Buchhandlung ein unbekanntes Drachenbuch entdeckt zu haben. Schnell wird es aufgeschlagen und man liest zum wiederholten Male, dass Drachen aus Asien kommen und erfährt wie man mit Papier und Holzleisten einen „tollen Drachen“ für den Kindergeburtstag zaubern kann. Enttäuscht und gelangweilt wird das Buch entweder zurück in die Auslage gestellt oder man kauft es trotzdem, wenn der Sammler mal wieder über die Vernunft gesiegt hat. Doch diesmal kam alles ganz anders – ich halte heute ein Buch in Händen, das sicherlich nur sehr selten in meinem Bücherregal stehen wird …

Wenn Paul May, der langjährige Drachentester und Fachautor, ankündigt ein Drachenbuch zu veröffentlichen, ist naturgemäß die Erwartungshaltung hoch. Was will er denn noch Neues schreiben? Ist denn zum Thema Drachen nicht alles schon gesprochen und geschrieben worden? Sicherlich könnten dieses Fragen zumeist mit „ja“ beantwortet werden. Bisher hat sich jedoch niemand die Mühe gemacht, diese ungeordnete Ansammlung von Wissen und Informationen sinnvoll zu strukturieren und in eine lesbare Form zu bringen. Paul May lädt seine Leser in „die bunte Welt der Drachen“ ein, in der es sowohl für den Einsteiger, als auch für den eingefleischtesten Drachenfan noch viel Wissenswertes zu entdecken gibt.

Das Inhaltsverzeichnis des 232-seitigen Drachenbuchs strahlt in allen Farben des Regenbogens, nicht jedoch um einfach nur bunt zu sein, sondern um dem Leser ein Farbleitsystem durch die 14 Kapitel zu bieten. So beginnt das rote Kapitel mit der systematischen Einteilung der Lenkdrachenmodelle in die unterschiedlichen Kategorien des Drachensports. Dem Piloten wird verdeutlicht, welche Erwartungen er an die einzelnen Drachentypen stellen kann. Beispielhaft zeigt der Autor am Rand der jeweiligen Textpassagen aktuelle Drachenmodelle oder erklärt die verwendeten Fachbegriffe. Könntet Ihr zum Beispiel genau beschreiben, worin der Unterschied zwischen Trickflug und Freestyle besteht? Für Paul May scheint dies eher eine leichtere Übung zu sein. Seine Erklärungen sind auch für den ambitionierten Einsteiger ins Drachenhobby sehr verständlich.

Das folgende Kapitel „Montage und Pflege“ erläutert, wie man mit seinem Drachen umgehen sollte, um lange Freude daran zu haben. Paul May vergisst im Kapitel „Alles im Griff“ auch nicht, auf einen gefährlichen Anfängerfehler – das Fliegen mit Ringspulen – aufmerksam zu machen und bewahrt Unwissenden damit vor schwerwiegenden Verletzungen. Anschließend wendet er sich den grundlegenden Flugmanövern, dem Trickflug und dem Fliegen bei extremen Windverhältnissen zu. Mit „Drachen im Multipack“, einem Kapitel über Drachengespanne, Team- und Pairflug, verlässt der Autor, der einst selbst im Team „Cloud Nine“ erfolgreich flog, die Drachenwiese und nimmt den Leser mit in die heimische Werkstatt zum Drachenbauen.

In den Kapiteln „Drachenbau“, „Leinen“ und „Waagekunde“ erfährt der Leser alles Wissenswerte zur Materialauswahl und über die Beeinflussung der Flugeigenschaften seines Drachenmodells, egal ob Eigenbau oder Kaufdrachen. Beim „Drachentuning“ wird dem erfahrenen Piloten gezeigt, wie er das volle Potenzial seines Lieblingsdrachens ausschöpfen kann. Sollte es bei aller Freude am Lenkdrachenfliegen jedoch einmal zu einer folgenschweren Bruchlandung kommen, steht das Kapitel „Shit Happens“ mit Reparaturanleitungen zur Seite. Am Ende stellt Paul May „nützliches und schönes Equipment“ vor, um mit 31 aktuellen „Kites im Portrait“ sein Drachenbuch abzuschließen.

Nun – fehlt denn noch etwas? Im Vergleich zu anderen Drachenbüchern sind in Paul Mays Buch keine Baupläne zu finden. Weil aber gerade Lenkdrachen-Baupläne nicht allzu lange als aktuell gelten, erscheint es wenig sinnvoll, in einem Buch solche Pläne anzubieten. Zeitschriften oder Internetforen, die ihren Lesern beim Drachenbau auch Hilfestellung geben können, sind hier sicher besser geeignet. Da Paul May mit all diesen Medien umzugehen versteht, ist anzunehmen, dass er sich bewusst gegen Baupläne in seinem Buch entschieden hat. Für alle Trickflug-Einsteiger, die nicht immer die Gelegenheit haben, sich die Tricks zuhause auf ihrer Drachenwiese von einem Profi zeigen zu lassen, hält das Buch als Bonus ein DVD-Video bereit, wo erfahrene Piloten beim Tricksen beobachtet werden können.

Mein Fazit

„Stuntkiting“ von Paul May ist ein umfassendes, verständlich geschriebenes und ansprechend gestaltetes Drachenbuch, welches in seiner Art bisher im deutschsprachigen Buchhandel nicht erhältlich war. Die vielfältigen Facetten des Lenkdrachensports werden genau beleuchtet, während auf kurzlebige Baupläne verzichtet wurde. Sehr angenehm fällt auf, dass der reine Spaßpilot ebenso Beachtung findet, wie der extreme Powerkiter oder der geübte Freestyle-Pilot.

„Das einzige, was wirklich zählt, ist, dass man am Strand, auf dem Schnee oder auf der Wiese den Stress des Alltags hinter sich lassen und perfekt entspannen kann. Wichtig ist, dass man glücklicher nach Hause geht, als man hingegangen ist.“

Paul Mays Drachenbuch wird bei mir in den kommenden Monaten kaum im Bücherregal zwischen den vielen anderen Drachenbüchern stehen, die sich dort über die Jahre angesammelt haben. Es bekommt als aktuelles Standardwerk des Drachenhobbys einen Ehrenplatz, damit es immer in greifbarer Nähe steht. Mit Paul Mays bunter Drachenwelt werden viele graue Wintertage etwas freundlicher und farbenfroher erscheinen. Vielleicht entstehen daraus ja neue Ideen, für die kommende Drachensaison?

Weitere Infos und Bestellung unter stuntkiting.de